Licks üben mit System: Ein einfacher Übungsplan
22. Juli 2026
Ein Lick ist eine kurze, meist ein bis vier Takte lange musikalische Phrase – ein kleiner Baustein, den man sich einzeln erarbeiten und später frei in Soli oder Songs einbauen kann. Licks-Sammlungen von großen Gitarrist:innen sind eine der effektivsten Übungsquellen, weil sie typische Bewegungsmuster, Phrasierungen und Skalenanwendungen in überschaubaren Häppchen liefern.
Das häufigste Problem: zu viel auf einmal
Der klassische Fehler beim Üben mit einer Licks-Bibliothek: Man arbeitet sich an einem Lick ab, findet es „ungefähr" hinbekommen und springt sofort zum nächsten. Nach zwei Wochen sind zwanzig Licks „mal gespielt" worden – aber keines davon sitzt wirklich, und im nächsten Solo taucht keines davon spontan auf. Das Ziel sollte nicht Masse sein, sondern dass ein Lick tatsächlich ins muskuläre und musikalische Gedächtnis übergeht.
Ein Vier-Schritte-Plan pro Lick
- Langsam und isoliert spielen. Reduziere das Tempo so weit, dass du den Lick fehlerfrei spielen kannst. Erst wenn er bei niedrigem Tempo sicher sitzt, wird das Tempo schrittweise erhöht.
- In den harmonischen Kontext setzen. Spiele den Lick nicht isoliert, sondern über einem passenden Backing Track oder einer Akkordfolge – so hörst du, wie er tatsächlich klingt und wirkt.
- Transponieren. Übertrage den Lick in andere Tonarten und auf andere Positionen des Griffbretts. Das verhindert, dass du ihn nur „auswendig" an einer Stelle abrufen kannst, statt das zugrunde liegende Muster zu verstehen.
- Bewusst einbauen. Nimm dir in der nächsten Improvisation vor, genau diesen Lick mindestens einmal unterzubringen – auch wenn er anfangs noch nicht ganz natürlich aus dem Spiel heraus kommt.
Wiederholung über Tage, nicht Minuten
Ein Lick, den du an einem Abend zehnmal spielst, ist am nächsten Tag oft wieder halb vergessen. Effektiver ist verteiltes Wiederholen: denselben Lick an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen für jeweils nur wenige Minuten üben, statt einmalig lange daran zu sitzen. So wandert die Bewegung tatsächlich ins motorische Gedächtnis.
Weniger ist mehr
Nimm dir pro Woche bewusst nur zwei bis drei neue Licks vor, statt die gesamte Bibliothek gleichzeitig anzugehen. Licks, die du wirklich beherrschst, sind auf Dauer wertvoller als eine lange Liste halb erinnerter Phrasen. In BendUp kannst du Licks aus der Bibliothek markieren, ihren Übungsstatus verfolgen und gezielt die Stücke wiederholen, die „noch geübt werden müssen".