Gitarren-Tabs lesen lernen: Der Einstieg für Anfänger
20. Juli 2026
Wer Gitarre spielen lernt, kommt an einem Punkt fast zwangsläufig mit Tabulatur in Berührung. Anders als klassische Notenschrift zeigt eine Tabulatur – kurz „Tab" – nicht Tonhöhen auf einem Notensystem, sondern direkt, welche Saite an welchem Bund gegriffen wird. Das macht Tabs besonders für Einsteiger attraktiv: Man muss keine Notenwerte lesen können, um ein Riff nachzuspielen.
Wie ist ein Tab aufgebaut?
Ein Gitarren-Tab besteht aus sechs horizontalen Linien, die die sechs Saiten der Gitarre repräsentieren – von oben (hohes E) bis unten (tiefes E). Zahlen auf diesen Linien geben an, welcher Bund gegriffen werden soll. Eine „0" bedeutet leere Saite, eine „3" den dritten Bund. Mehrere Zahlen übereinander werden gleichzeitig gespielt – das ist dann ein Akkord.
Die wichtigsten Symbole
Neben den reinen Zahlen tauchen in fast jedem Tab ein paar Standardsymbole auf, die du früh verinnerlichen solltest:
- h (Hammer-on): Ein Ton wird ohne erneutes Anschlagen durch Aufsetzen eines Fingers erzeugt.
- p (Pull-off): Das Gegenstück zum Hammer-on – der Ton entsteht durch Abheben eines Fingers.
- b (Bend): Die Saite wird seitlich gezogen, um die Tonhöhe anzuheben.
- / und \: Slide nach oben bzw. unten zwischen zwei Bünden.
- PM (Palm Mute): Die Saiten werden mit der Handkante am Steg gedämpft.
Diese Symbole wirken am Anfang unübersichtlich, werden aber nach wenigen Übungseinheiten zur Routine.
Der Haken an reinen Text-Tabs
Klassische Text-Tabs, wie man sie in vielen Foren findet, haben einen entscheidenden Nachteil: Sie sagen nichts über das Timing aus. Man sieht, welche Note gespielt wird, aber nicht, wie lange oder in welchem Rhythmus. Genau hier setzt ein interaktiver Tab-Player an, wie ihn BendUp mit der AlphaTab-Integration bietet: Die Tabulatur wird zusammen mit Rhythmus, Tempo und einem synchronisierten Cursor dargestellt, sodass du hören und gleichzeitig sehen kannst, was gerade gespielt wird.
Praktischer Tipp zum Einstieg
Starte nicht mit ganzen Songs, sondern mit kurzen Licks oder einzelnen Takten. Reduziere das Tempo deutlich – ein guter Tab-Player erlaubt es, die Wiedergabegeschwindigkeit zu verlangsamen, ohne die Tonhöhe zu verändern. Spiele die Passage in Zeitlupe, bis die Fingerbewegung sitzt, und steigere das Tempo erst danach schrittweise. Wiederholung in kurzen Schleifen (Looping) ist dabei effektiver als das gesamte Stück immer wieder von vorne zu spielen.
Wenn du Tabs direkt mit synchronisierter Wiedergabe, Loop-Funktion und Tempo-Kontrolle üben willst, kannst du das in BendUp mit deinen eigenen Tabs oder aus der Licks-Bibliothek ausprobieren.